Susanne Herbold arbeitet großformatig und abstrakt – ihre Malerei entwickelt sich in einem offenen, dynamischen Prozess.
Ausgangspunkt ihrer Bilder ist das Spannungsfeld zwischen intuitiver Setzung und bewusster Reduktion. In vielschichtigen Arbeitsphasen werden Partien aufgebaut, zurückgenommen und neu gewichtet. Transparente Schichten, Verdichtungen und offene Flächen stehen nebeneinander und halten das Bild in einem Zustand zwischen Entscheidung und Möglichkeit.
Herbold arbeitet an der Wand oder auf dem Boden. Neben Acrylfarbe in unterschiedlichen Konsistenzen setzt sie vor allem Spraypaint und Ölkreide ein. Der Malprozess ist körperlich und unmittelbar. Je nach Werk wird er von Musik begleitet oder entsteht bewusst in der Stille. Jedes Bild verlässt das Atelier erst, wenn es in sich vollendet ist. Offen bleibt allein die Resonanz – sie entsteht in jeder Begegnung mit den Betrachtenden neu.
Seit Ende der 1990er-Jahre malt sie kontinuierlich; über rund 25 Jahre hat sich ihre Bildsprache von frühen figurativen Arbeiten zur heutigen Abstraktion entwickelt. Schönheit versteht sie dabei nicht als Dekor, sondern als Haltung – als bewusste Hinwendung zum Lebendigen in einer Zeit, die von Unruhe geprägt ist.
Herbolds Werke wurden in internationalen Ausstellungen u. a. in New York, Miami, Barcelona, Berlin und Florenz gezeigt und befinden sich in privaten Sammlungen weltweit. Ein zentraler Entwicklungsschritt ist das Werk The Seed of Love (2025), das für die XV Florence Biennale entstand. Ausgehend vom Thema „Light and Darkness“ richtet die Arbeit den Blick auf den Moment des Übergangs, auf das Entstehen von Form, bevor sie sich eindeutig festlegt. 2026 zeigte die Gallery Richter in Santanyí, die Herbold vertritt, ihre Einzelausstellung „Somewhere Between Knowing and Letting Go“. Ihre Arbeit ist im Bildband Great Artists of Mallorca (2025) vertreten. Zudem ist sie Mitautorin von Frauen schaffen Zukunft – Werte (FAZ Buchverlag, 2024).
In Köln ist Herbold Teil der Künstlerinnengemeinschaft cARTelle, mit der sie regelmäßig gemeinsam ausstellt. Sie lebt und arbeitet in Köln und auf Mallorca.
Foto: Wolfgang Hüffer


